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Es ist noch gar nicht so lange her, da ist eine deutsche Band wie aus dem Nichts aufgetaucht und hat es geschafft frischen Wind in die Szene zu bringen. Diese fast unmögliche Tat ist den Mongofünf durch ihre völlig diffusen Songstrukturen und Vermischungen diverser Stile gelungen. Das Produkt waren eingängige Songs, die vor Intensität nur so strotzten und von Anfang bis Ende zu überzeugen wussten... (weiterlesen auf wastin.com)


auszug aus einem interview für burnyourears:

Ihr nennt Euch MONGOFÜNF - stoßt Ihr mit dieser „political incorrectness“ nicht permanent auf Unverständnis? Welche Motivation steht hinter der Namensgebung, und welche negativen wie positiven Konsequenzen gehen damit einher?

Jan-Martin: Wie schön, dass Du „political incorrectness“ in Anführungszeichen setzt. Die Reaktionen auf unseren Namen sind sehr unterschiedlich. Von „geilster Bandname ever“ bis „geht ja gar nicht“ war schon alles dabei, oft ist der Name aber auch gar kein Thema. Mongofünf ist die Verbindung des negativ besetzten Wortes „Mongo“ - als abwertende Bezeichnung für einen Menschen mit Trisomie 21 oder Down-Syndrom - mit der Zahl fünf, die für die Anzahl der Bandmitglieder und auch als Symbol für etliche Boygroups und Castingbands steht, die diese Zahl gerne im Namen tragen.

Warum aber Mongo? Weniger diskriminierende Bezeichnungen für Mongolismus wie Trisomie21 oder Down-Syndrom können leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen mit dieser Krankheit kaum eine Integration in die Welt der sogenannten „Gesunden“ erfahren. Das ist ein grundsätzliches Problem mit politischer Korrektheit, Begrifflichkeiten verändern leider nur selten die Realität. Dem „Mongo“ haftet etwas Unnormales, Unvollkommenes an, er wird ausgegrenzt. In der Tat werden aber z.B. Kindern mit Trisomie 21 herausragende Fähigkeiten in den Bereichen Sozialverhalten, Emotionalität und Musikalität nachgesagt. Charles Darwin beschrieb seinen jüngsten Sohn, der ebenfalls ein „Downi“ war, als „außergewöhnlich lieb, zufrieden und fröhlich in seinem Wesen“. In diesem Antagonismus zwischen Realität und öffentlicher Wahrnehmung haben wir uns und unsere Musik selbst gesehen, daher erschien der Begriff „Mongo“ im positivstem Sinne passend, wohl wissend über die Spannungen, die er erzeugt. Ich denke mal, die Hamburger Mongo-Clikke hatte da einen ähnlichen Ansatz. Unabhängig von diesem Bezug hat das Wort Mongo auch einfach einen tollen vollmundigen Klang und viele andere Bedeutungen, wie z.B. ein Planet bei Flash Gordon, eine Art und Weise ein Skateboard anzuschieben, eine Stadt im Tschad, Restaurants, ein Fluß in Guinea, ein Name (nicht in Deutschland;-), etc.

Kai: Meist sind es gerade die Leute, die am lautesten nach politischer Korrektheit schreien, die Menschen, die "anders sind", verstohlen anglotzen und nicht in ihr Weltbild integrieren können. Eine echte Auseinandersetzung ist offensichtlich viel zu anstrengend. Leider ist es in der Vergangenheit vereinzelt geschehen, dass Magazine Rezensionen unserer Alben abgelehnt haben und den Bandnamen dafür verantwortlich gemacht haben. Es wurde vermutet, wir wären behindertenfeindlich oder würden uns darüber lustig machen. Mal abgesehen von diesem fragwürdigen Ansatz, eine Band nach ihrem Namen zu beurteilen, zeigt sich hier meiner Meinung nach eher, dass dieses Thema ein Tabu darstellt und da Berührungsängste existieren.


mongofünf sind:

kai sattler (gesang)



jan-martin schlotterbeck (gitarre)



schwartz (schlagzeug)



toshi t. (gitarre, gesang)



marcel tutt (bass)